Was ist reformiert?

Die evangelisch-reformierte Gemeinde in Bayreuth ist eine von zehn reformierten Gemeinden in Bayern. Seit 1988 gehört die Ev.-ref. Kirche in Bayern zur Evangelisch-reformierten Landeskirche mit Sitz in Leer/Ostfriesland.

Diese Landeskirche ist nur eine von mehreren reformiert geprägten Landeskirchen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). In Deutschland ist etwa jeder zehnte Evangelische reformiert (oft ohne es zu wissen), weltweit gibt es sogar mehr Reformierte als Lutheraner.

Unterschiede: Ursprung aus der Reformationszeit

Die Unterscheidung der beiden evangelischen Konfessionen hat ihren Ursprung bereits in der Reformationszeit. Neben und mit Martin Luther wirkten damals an verschiedenen Orten viele weitere Reformatoren. Während sich die lutherischen Kirchen vor allem auf Martin Luther beziehen, sind für reformierte Gemeinden besonders auch der Zürcher Reformator Ulrich Zwingli und als Reformator der zweiten Generation der Genfer Johannes Calvin wichtig. Auch der bedeutendste protestantische Theologe des 20. Jahrhunderts, Karl Barth, war reformiert.

Früher führten Unterschiede zu Spaltungen, heute sind wir gemeinsam dankbar für die Vielfalt der Traditionen.

Tradition als Bereicherung

Schon während der Reformationszeit fanden Gespräche zur Einigung aller Protestanten statt, die damals aber an der unterschiedlichen Auffassung des Abendmahls scheiterten. So haben sich die beiden evangelischen Konfessionen letztlich über viele Jahrhunderte zum Teil gemeinsam, zum Teil getrennt voneinander entwickelt und dabei durch die unterschiedliche Gewichtung einzelner evangelischer Glaubensinhalte verschiedene Traditionen entwickelt.
In heutiger Zeit können diese verschiedenen Traditionen zum Glück als Bereicherung wahrgenommen werden.

Das Wissen um das eigene Herkommen und das Herkommen anderer gibt Orientierung für den Weg, den man selbst im Glauben neu zu finden und zu gehen hat.